Kategorie: Vermischtes

Tell me lies, tell me sweet little lies!


„Trotzdem hält sich hartnäckig das Gerücht, Frauen wären nie ein ursprünglicher Teil der Szene gewesen und hätten erst seit wenigen Jahren „angedockt“.“

Yasmina Banaszczuk

Hallo zusammen und willkommen zur immer gleichen Geschichte: Journalistendarstellerin schreibt über Gamer und #GamerGate, eine Publikation – in diesem Fall das Wochenmagazin „Der Freitag“ – kauft den Artikel und veröffentlicht ihn, anscheinend ohne jegliche Qualitäts- oder Faktenprüfung. Das wäre für sich genommen schon traurig genug, wäre die Autorin in diesem Fall nicht eine alte Bekannte: Yasmina Banaszczuk, die schon 2014 auf der „Netz gegen Nazis“-Plattform der Amadeu-Antonio-Stiftung (inzwischen Belltower News) ein mit Fehlern und tendenziösen Formulierungen gespicktes „Hitpiece“ gegen die Konsumentenrevolte #GamerGate geschrieben hatte.

Frau Dr. Banaszczuk ist Feministin. Es ist also kein Wunder, dass ihr neuer Artikel gleich mal mit ein paar uralten Strohmännern beginnt. Niemand behauptet zum Beispiel, Frauen und Queers wären nie Teil der Gamingszene gewesen. Als älterem Spieler fällt mir z.B. Roberta Williams ein, die in den Achtzigern maßgeblich das Adventure-Genre mitgeprägt hat. Oder Danielle Bunten-Berry, Schöpferin des Klassikers „M.U.L.E.“, dass sie noch unter dem Namen Dan Bunten programmierte. Warum klingt es im Artikel so, als gäbe es einen monolithischen Block aus Spielern, die diese Fakten leugnet? Weil es dem Narrativ dient!


„Die Hobbys, die sich heranwachsende, oft schüchterne Männer suchten, um sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen, sind jedoch nicht per se männlich. Gaming ist ein wachsender Markt: Laut dem deutschen Branchenverband „game“ betrug der Umsatz im Gamingbereich im Jahr 2017 über 3,3 Milliarden Euro. Ganze 34,3 Millionen Menschen in Deutschland spielen Videospiele, knapp die Hälfte davon sind Frauen.“

YASMINA BANASZCZUK

Wieder ein Strohmann. Niemand behauptet das „Gaming per se männlich ist“. Klar ist aber, dass sich Frauen und Männer im Schnitt eher für verschiedene Spiele interessieren. Das bedeutet allerdings auch nicht, dass es Barrieren gäbe, die Frauen davon abhalten, in eher von Männern dominierten Genres Spaß zu haben. Und auch, wenn Frauen in der Rolle der Konsumentin heute größeren Anteil am Hobby Videospiele haben, kann sich der Autor dieser Zeilen noch gut an Zeiten erinnern als ein Nintendo oder ein C64 bei der Damenwelt alles andere als Interesse hervorrief. Und so blieben die „oft schüchternen Männer“ damals halt oft unter sich. Nicht, weil das Hobby per se männlich war, sondern weil es damals einfach weniger Frauen gab, die sich dafür interessiert hätten.


„Gaming ist also längst so im Mainstream verortet wie Kinobesuche oder Netflix. Eine in sich geschlossene Subkultur, der nur wenige angehören, sieht anders aus.“

YASMINA BANASZCZUK

Und hier wird einer der zentralen Denkfehler der Autorin schmerzhaft offenbar. Nur, weil jemand Netflix hat, wird er nicht zum Film-Fan. Nur weil jemand ein paar Serien gesehen hat, ist er nicht automatisch ein Kino-Kenner. Es gibt in jedem Medium Menschen, die sich einfach unterhalten lassen, ohne dem Gesehenen größeren Wert zuzuweisen. Und es gibt jene, die – um beim Film zu bleiben – Regisseure, Drehbuchautoren und Schauspieler zu jedem Film im Kopf haben, sich stundenlang mit Dokumentationen zu Dreharbeiten vergnügen und ihren Urlaub so planen, dass sie den Drehort ihrer Lieblingsserie besuchen können.

Und genauso gibt es Menschen, die zwar mal ein paar Minuten ‚Candy Crush‘ spielen, sich aber niemals in die Lore von ‚Dark Souls‘ einarbeiten würden. Weil sie Videospiele als „Spiele“ ansehen und nicht als eine eigen- und vollständige Kultur. Und für Außenstehende verschlossen war die Gaming-Subkultur nie. Im Gegenteil, mir ist in meinem Leben keine leichter zugängliche Subkultur begegnet.


„[…] die Gamingszene hat nicht zuletzt seit den Gamergate-Vorfällen immer wieder mit Belästigungskampagnen gegen marginalisierte Personen zu kämpfen – oder all jenen, die ihnen beistehen. Gamergate?“

YASMINA BANASZCZUK

Die Gamingszene hat tatsächlich zu kämpfen. Gegen die Invasoren aus der „progressiven Zone“, die unter Verweis auf obskure „marginalisierte Personen“ – als deren rechtliche Stellvertreter sich Feministinnen wie Frau Dr. Banaszczuk sehen – versuchen der Videospiel-Szene ihre Ansprüche und ihre Regeln („Der Rock ist zu kurz“, „Das Spiel braucht noch mehr PoC“, „Wo sind die queeren Charaktere?“) aufzuzwingen. Bisher glücklicherweise großenteils vergeblich. Nicht, dass ich was gegen lange Röcke, schwarze Menschen oder LGBTQs hätte – aber Kulturwandel von oben ist kein Kulturwandel sondern ein Diktat. Und da haben die bisherigen Bewohner der Subkultur – nicht unähnlich einem kleinen gallischen Dorf, das sich gegen die Römer stemmt – etwas dagegen.


„Der Vorfall begann im Sommer 2014, als ein gekränkter Ex-Freund der amerikanischen Spieleentwicklerin Zoë Quinn eine Verleumdungskampagne gegen sie startete. Er behauptete, sie hätte sich gute Rezensionen zu ihrem SpielDepression Quest durch sexuelle Gefälligkeiten erschlichen. „

YASMINA BANASZCZUK

So, jetzt sind wir beim unappetitlichen Teil angekommen. Warum Frau Dr. Banaszczuk hier unhaltbare Behauptungen aufstellt, weiß ich nicht. Warum der Freitag sie ungeprüft abdruckt, auch nicht.

Eron Gjoni (der „gekränkte Ex-Freund“) hat keine Verleumdungskampagne gegen Zoe Quinn gestartet. Bis heute kann man den sogenannten „Zoepost“ online einsehen. Frau Banaszczuk hat das offensichtlich nicht getan oder verbreitet wider besseres Wissen die Unwahrheit. Beides keine gute Visitenkarte für eine Journalistin mit Hang zum häufigen Jobwechsel.

Nirgendwo im „Zoepost“ wird von Gjoni behauptet, Zoe Quinn habe für Rezensionen mit Journalisten geschlafen. Der Freitag wäre nicht die erste deutsche Publikation, die den Satz nachträglich ändern müsste. Was der „Zoepost“ allerdings beschreibt, ist die perfide Manipulation, der Gjoni während seiner Beziehung mit Quinn ausgeliefert war. Zum Beispiel, das sie versucht hat, ihn zu überzeugen, sein Verdacht bezüglich ihrer Untreue sei seiner psychischen Labilität zu verdanken (während sie hinter seinem Rücken mit bis zu 5 verschiedenen Männern schlief, darunter auch Gaming-Journalisten). Als die Beziehung endgültig zerbricht, muss Gjoni mit ansehen, wie die Frau, die ihn manipuliert und weggeworfen hat zu einer Art Lichtgestalt der Indie-Gaming-Szene stilisiert wird (unter anderem durch Artikel – nicht Rezensionen – ihrer „Freunde mit besonderen Vorzügen“).

Gjoni hat mit einem öffentlichen Zeugnis eine Warnung ausgesprochen: Vertraut dieser Frau nicht, sie lügt und verletzt, um an ihre Ziele zu gelangen.Was er nicht getan hat, war sie zu verleumden. Quinn hat den Inhalt des „Zoeposts“ nie wirklich bestritten.

Meine einzige mögliche Erklärung dafür, dass Frau Dr. Banaszczuk so etwas schreibt, ohne zu recherchieren liegt in der Annahme, dass ihre Version in der „progressiv-feministischen“ Filterblase als Wahrheit gilt. Wer sich da auch nur ansatzweise auskennt, weiß: In diesen Kreisen ist es überlebensnotwendig, nur die vom Kollektiv „genehmigte“ Wahrheit zu verbreiten, sonst ist man ganz schnell selbst der Feind. Warum der Freitag diese – ich muss dieses harsche Wort leider benutzen – Lügen abdruckt, ohne die Quellen zu prüfen, kann ich mir auch nach diesem Exkurs nicht erklären. Den Hang zum Haltungsjournalismus in allen Ehren, aber gezielte Falschinformation ist immer noch ein Verstoß gegen die journalistischen Ethik-Grundsätze. Auch das bisher trotz mehrerer Hinweise auf die handwerklichen Fehler im Artikel keinerlei Reaktion von „Der Freitag“ erfolgte, enttäuscht mich.

„Als die Vorwürfe bekannt wurden, entlud sich zuerst an Quinn, später an einer Vielzahl weiterer Ziele der angestaute Frust verunsicherter Männer, die „ihr“ Hobby Gaming durch Frauen und Minderheiten bedroht sahen. „

YASMINA BANASZCZUK

Wieder falsch, Frau Dr. Banaszczuk. Weder waren es nur Männer, noch waren diese verunsichert. Und es ging auch nicht um Quinn oder „Women in Gaming“. #GamerGate entstand als Reaktion darauf, dass innerhalb weniger Tage fast zwanzig Artikel auf verschiedensten Webseiten erschienen, denen eines gemeinsam war: Sie proklamierten das Ende des „Gamers“, beschimpften die Menschen, die sich von „ihren“ Journalisten schon länger schlecht behandelt fühlten als „Kackschleudern“ und proklamierten „Gamer müssen nicht eure Zielgruppe sein – Gamer sind Vergangenheit“. Sollten diese Fakten in einem journalistischem Ethos entsprechenden Artikel nicht auch auftauchen? Was ist mit dem blanken Hass der transsexuellen Aktivistin Samantha Allen? Sie forderte schon ein Jahr vor #GamerGate öffentlich, Gaming-Websites müssten sich von allen Lesern trennen, die sich weigerten, sich der queerfeministischen Hegemonie zu beugen. Sollte das nicht Teil einer ausgewogenen Berichterstattung sein, oder sieht man das bei „Der Freitag“ nicht so eng?

„Die Belästigungswelle beschäftigte später das FBI. „

YASMINA BANASZCZUK

Sollte man nicht auch auf die Ergebnisse der FBI-Untersuchung eingehen, wenn man diese schon erwähnt? Der Leser könnte sich getäuscht vorkommen, wenn er zufällig in einer zuverlässigeren Quelle liest, das die Ermittlungen ohne verwertbare Vorwürfe gegen Unterstützer von #GamerGate beendet wurden. Würde nicht zum Rest des Artikels passen, ist aber so.

„Eine große Gruppe männlicher Videospielkonsumenten wollte all jene Medien und Publisher boykottieren und zur Rechenschaft ziehen, die ihren Interessen entgegenstanden – also allen, die Marginalisierte zu Wort kommen ließen und für eine progressive Haltung standen. Jede*r, der eine (queer-)feministische oder anti-rassistische Haltung hatte, war zum Abschuss freigegeben. „

YASMINA BANASZCZUK

So viele Unwahrheiten in so einem kurzen Absatz. Die Unterstützer von #GamerGate waren zwar mehrheitlich, aber keinesfalls ausschließlich, Männer. Allerdings wurden Minderheiten, Frauen und Queere im Hashtag von #GamerGate-Gegnern von Anfang an rassistisch und sexistisch beschimpft, ihr Geschlecht oder ihre Hautfarbe angezweifelt oder der ganze Account gleich als „Sockenpuppe eines weißen Mannes“ diffamiert. Weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte – das Frauen, Queere oder Menschen nicht-weißer Hautfarbe nicht den Vorgaben der feministischen Leitstelle folgten. Es entstand sogar ein Hashtag #NotYourShield, in dem es Minderheiten ablehnten, von den Gegnern der Konsumentenrevolte als Abwehrschild benutzt zu werden. Natürlich wurde auch die Echtheit des Hashtags prompt angezweifelt und die Teilnehmer beschimpft.

So viele schüchterne junge weiße heterosexuelle Männer

Es ist also glatt gelogen, wenn Frau Dr. Banaszczuk hier von Menschen schreibt, die zum Abschuss freigegeben wurden. Und der Vollständigkeit halber: Bei den von #GamerGate organisierten Boykotts ging es nur um Medienbetriebe, nie um Publisher. Aber das ist nur eine kleine Ungenauigkeit in einem vor Unwahrheiten wimmelnden Artikel.

„In Folge von Gamergate verließen viele Marginalisierte, häufig Frauen, die Gamingszene oder mieden gar komplett die sozialen Medien. Auch Zoë Quinn erfährt fast fünf Jahre später immer noch Hass, nicht zuletzt, weil sie nicht müde wird, die sexistischen Mechanismen der Gamergate-Kampagne aufzuzeigen, die dieser zugrunde liegen. „

YASMINA BANASZCZUK

Ist das journalistische Sorgfalt? „Viele Marginalisierte“ die angeblich die „Gamingszene verlassen“ haben. Bei so einer schwerwiegenden Behauptung hätte ich gerne Quellen, damit ich als mündiger Leser nachprüfen kann, ob sich die Dinge wirklich so zugetragen haben. Aber ich bin sicher, in der zuständigen Redaktion liegen die alle vor.

Das Zoe Quinn auch heute noch im Zusammenhang mit #GamerGate genannt wird, liegt vor allem an ihrer Selbstvermarktung. Sobald sich online ein Fenster auftut, von dem ihre „Karriere“ profitieren kann, wärmt sie #GamerGate und die „Flucht vor den Trollen“ wieder auf. Was hier nicht berichtet wird, ist das ihre Aktivitäten seit 2014 großenteils im Sande verlaufen sind. Die mit großem Getöse vorgestellte „Anlaufstelle für Hass im Netz“ mit dem kindischen Namen „Crash Override Network“ wurde vor kurzem sang- und klanglos abgewickelt – aber erst, nachdem Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen einen der Mitarbeiter an die Öffentlichkeit gedrungen waren. Außerdem hat sie etwa 80.000$ via Crowdfunding für ein Spiel eingenommen. Eine der letzten Meldungen zum Projekt kam aus Frau Quinns Japan-Urlaub und lautete: „Das Geld ist schon lange ausgegeben, aber das Projekt ist noch nicht fertig“. Scheint als hätte Gjoni mit seiner Warnung nicht unrecht gehabt.

Warum steht von all dem nie etwas in deutschen Berichten zum Thema #GamerGate? Weil die deutschen Medien durchsetzt sind von Redakteuren, denen ihre persönliche Ideologie wichtiger ist, als die Wahrheit.

„Mehrere Entwickler*innen wurden in den vergangenen Jahren von ihren Arbeitgebern ermahnt oder sogar sanktioniert, wenn sie auf Twitter auf Kritik von Fans reagierten und im Zweifel feministische oder anti-rassistische Positionen einnahmen.“

YASMINA BANASZCZUK

Nein. Sie wurden von ihren Arbeitgebern sanktioniert, weil sie Kunden und Fans beleidigt haben oder ihre Ideologie über die Vorschriften ihres Arbeitgebers gestellt haben. Warum die ganzen Lügen?

„Der Vorfall offenbarte, wie sehr sich noch immer einige Vertreter von Industrie und Spielemedien gegen eine offene und diverse Szene wehrten.“

YASMINA BANASZCZUK

So ein Irrsinn: Die Spielemedien haben fast alle mit am feministischen Strang gezogen. In den Foren wurde die Diskussion der Konsumentenrevolte flächendeckend verboten und zensiert. Die anglophonen Gaming-Sites überschlugen sich, um ihren progressiven Freunden aus der Industrie beizustehen. In der Industrie drohte Menschen, die sich pro-#GamerGate aussprachen der Verlust von Arbeitsplatz und Netzwerk. Es gab diverse anonyme Berichte über vergiftetes Klima und verfeindete Lager innerhalb von Publishern und Entwicklerstudios. Die einen waren für die Freiheit der Kunst, die anderen wollten Videospiele als Hilfsmittel benutzen, um ihr ideologisches Utopia bis in den letzten Winkel der Gesellschaft durchzusetzen. Und die Unterstützer von #GamerGate wollten eigentlich nur in Ruhe ihre Spiele spielen.


„Dass popkulturelle Werke mit vielfältigen Storys über und mit Frauen oder nicht weißen Personen erfolgreich sind, sollte angesichts der breiten Konsumentenbasis nicht überraschen.  „

YASMINA BANASZCZUK

Spiele, die sich in erster Linie mit der Sexualität, Identität oder Hautfarbe ihrer Protagonisten befassen sind Nische und werden Nische bleiben. Das gerade die feministisch gefärbte Presse immer wieder Nischenhits neben echte Blockbuster stellt und erwartet, dass beide gleich gefeiert werden, sollte angesichts der beschränkten Konsumentenbasis nicht überraschen.


„Obwohl Männergruppen online zuvor dazu aufgerufen hatten, Captain Marvel zu boykottieren, um gegen die zunehmende Diversität zu protestieren, brachte das nichts“

YASMINA BANASZCZUK

Ich konnte trotz eingehender Recherche keine solchen Aufrufe finden. Zwar gab es Menschen, die wegen der offen rassistischen Haltung der Hauptdarstellerin Brie Larsen („Ich will unter den Kritikern auf meiner Pressetour weniger weiße Männer sehen“) auf einen Besuch des Filmes verzichtet haben, das als „Boykottaufruf gegen Diversität“ zu framen ist ein Kunstgriff, den man hoffentlich auch im journalistischen Sektor eine „Erfindung“ nennt. Es scheint, als habe eine Überprüfung der Fakten bei „Der Freitag“ keine hohe Priorität.

„Ein wirkliches Verständnis dafür, dass ein Kulturwandel eine gesamte Industrie und Fanszene von Grund auf durchziehen und verändern wird – und muss! –, scheint noch auf sich warten zu lassen.“

YASMINA BANASZCZUK

Ich weiß nicht, wie Frau Dr. Banaszczuk sozialisiert ist, aber mich als Demokraten schüttelt es, wenn jemand davon spricht, dass sich Dinge verändern müssen, ohne dass es einen gesellschaftlichen Konsens gäbe. Vor allem, wenn diese Forderung mit mangelhaftem, löchrigem und stellenweise gelogenem Propagandamaterial einhergeht. Niemand hat die Autorin oder den intersektionalen Feminismus dazu bevollmächtigt, nach eigenem Gutdünken die Lebenswelt anderer Menschen autoritär umzugestalten.

Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Der Zorn, der Propagandisten und Betonfeministinnen entgegen schlägt, ist ein gerechter. Kein Fuß breit der Diktatur. Auch nicht der Diktatur des großen Guten.

Hinweis: Es wurden Rechtschreibfehler korrigiert (sicher nicht die letzten) und Links zum Artikel auf „Der Freitag“ und weiterführenden Quellen eingefügt. Dieser Artikel stellt eine Antwort auf Frau Dr. Banaszczuks Artikel dar, für weiterführende Informationen empfehle ich den Artikel „Was ist #GamerGate“ und den Rest dieses Blogs.

„Progressive“, schafft euch ab!

Die Bunthaarigen würden lieber ganz auf Sozialkontakte verzichten, als den heterosexuellen weißen Männern was zu gönnnen.

 

Vor 36 Jahren schrieb Andrea Dworkin ihre sexistische Thesensammlung „Men Possessing Women“ und darin den schönen Satz: „Terror strahlt aus vom Mann, Terror erleuchtet sein Wesen, Terror ist sein Lebenszweck“ und legte damit den Grundstein für eine steigende Hetzstimmung gegen alle Nicht-Feministen, vor allem aber weiße, heterosexuelle Männer. Das Dworkin eine fette hässliche Alte war,  die eine Menge Scheiße geschrieben hat, wissen wir bereits. Dass dieser Satz ein falsches Versprechen war auch, denn ich schaue aus dem Fenster und es ist in 36 Jahren „Terror“ nicht gelungen, Frauen vollständig aus dem Straßenbild zu verdrängen.

Und die „Progressiven“ bringen eine „progressive“ Aktion nach der anderen. Erst neulich wieder forderte Anne „Oktoberfestlüge“ Wiezorek dazu auf, allen Männern Mitschuld an den Missetaten von Harvey Weinstein zu geben. Das Kollektivschuld völliger Humbug ist? Egal!  Das ihr auch jede Menge Frauen widersprechen würden? Geschenkt! Das Geplärre und Genöle der Berliner-Netzfeministinnen-Blase? Kaum auszuhalten!

Der „progressive“ Hass auf heterosexuelle weiße Männer und die Paranoia vor einer – was auch immer das sein soll – „Faschisierung“ und „Rassifizierung“ Deutschlands hält Social Justice Warrior davon ab, ein schöneres Leben zu führen. Lieber ein ganzes Geschlecht stigmatisieren, als biologische Realitäten zu akzeptieren.

Leider gibt es keine demokratischen Prozesse zu Themen wie „Gender-Mainstreaming“ und „staatliche Förderung von ideologischer Propaganda“. Die Antworten der Bevölkerung, auf die Frage, wie viel Relevanz diese Themen für das tägliche Leben haben, könnte zeigen, wie viel Geld hier sinnlos verbrannt wird. Warum machen sie so, Frau Schwesig? Was erlaube‘ Barley?

Engherzig, vertrocknet, weinerlich und verbittert

Lieber 356 Gender erfinden, als zugeben, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Lieber alle Schuld an bösen Dingen auf „die Anderen“ abwälzen, die nicht so großartig sind wie ich und meine Clique!

Ihr anti-hetero-Männer-Sexismus schadet Jungen und Männern. Aber er geht auch auf ihren Nacken. Ihre Missgunst ist so riesig, dass sie sich das eigene Leben verderben. So engherzig, vertrocknet, weinerlich und verbittert, das ist „queere“ Kultur. Es fällt ihnen leichter, Menschen nach unveränderlichen Merkmalen zu dämonisieren, als sich mit der Realität auseinanderzusetzen.

In ihren liebsten Unis und Schulen sollen sie jetzt Alle mit ihren selbst erfundenen Pronomen anreden, damit die die „Progressiven“ zufrieden sind. Aber wehe, es fragt mal jemand, ob sie einen am Sträußchen haben!

Wer strategisch klug ist, der macht es sich in seiner Filterblase bequem und lässt sich von seinen Freunden erzählen wie woke/stunning/brave they ist, man ist halt auf sein eigenes Leben fokussiert und will das Beste rausholen.

Halbgebildet und arrogant

Aber die „Progressiven“ sind nicht strategisch klug, sie sind ignorant, halbgebildet und arrogant. Weder aus Fehlern anderer noch aus ihren eigenen können und wollen sie lernen. Würden Minderheiten ihnen zuhören, wüssten sie, dass die „Progressiven“ einen Großteil von ihnen unter den Bus schmeißen würden, um an noch mehr Fördergeld und Medienkohle zu kommen.

Menschen wie Dworkin oder Hengameh Yagoobifarah haben lange nach einem Alleinschuldigen für die eigene Situation gesucht, aber das eigentliche Problem vergessen: Sich selbst und ihren übersteigerten Geltungsdrang. Ich hoffe, dass die SJW Blase platzt. Ich hoffe, dass sie es bald tut.

Dieser Artikel ist als Antwort auf den Artikel „Kartoffeln, schafft euch ab“ von Hengameh Yagoobifarah entstanden, der am 22.Oktober 2017 in der Onlineausgabe der taz erschienen ist. Der Textausschnitt oben stammt ebenfalls aus diesem Artikel. Provokante Formulierungen meinerseits existieren zu dem Zweck, dem Leser vor Augen zu führen, wie selbstgerecht der Originalartikel vom Autoren als Mittelpunkt des Sonnensystems ausgeht. Formulierungsschwächen sind an manchen Stellen direkt aus dem Originalartikel übernommen.

Warum die taz einen so hasserfüllten und handwerklich bescheidenen Artikel veröffentlicht, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Medien erklären #GamerGate Kritiker zum Terroristen

Die Anschläge vom 13. November hinterlassen viele Pariser verzweifelt und ratlos. Zu verstehen, warum diese Tragödie passierte, ist ein wichtiger Bestandteil davon sie zu verarbeiten. Nach wie vor versucht die Welt, sich aus den wenigen Informationen, die momentan zur Verfügung stehen, ein Bild zusammenzusetzen.

Darum überrascht es auch kaum, das Falschmeldungen bereits im Vorfeld der Berichterstattung in den sozialen Medien kursierten. So wurde zum Beispiel auf Twitter das Bild des brennenden „Jungle“ Flüchtlingscamps in Calais mit der Behauptung geteilt, wütende Brandstifter hätten  womöglich die Zelte angezündet. In  Artikeln war die Rede von spontanen Vergeltungsmaßnahmen. Die tatsächliche Ursache bestand allerdings in einer Gasexplosion, durch die nahestehende Unterkünfte Feuer fingen.

Tweet Calais Feuer

Quelle: Twitter

Auch Mitarbeiter des italienischen Nachrichtensender Sky TG24 verbreiteten falsche Informationen. Diese teilten auf Twitter eine Mitteilung der pro-ISIS eingestellten Khilafah News, welche ein Bild enthielt, das einen der Attentäter von Paris zeigen sollte. Die spanische Zeitschrift La Razón druckte daraufhin das Foto auf ihre Titelseite.

Titelseite La Razón

Quelle: Twitter

Nur zeigte die Aufnahme eines bärtigen Mannes mit Sprengstoffgürtel keineswegs ein dem islamischen Staat nahestehendes Mitglied, sondern ein digital bearbeitetes Foto des freiberuflichen Journalisten Veerender Jubbal. Dieser geriet bereits in der Vergangenheit in den Fokus von Kritikern, als er mit kontroversen Aussagen bezüglich Rassismus und Sexismus auffiel. Internettrolle einer dritten Partei fertigten daraufhin das Bild an und teilten es in sozialen Netzwerken. Dort wurde es dann von Nachrichtenseiten aufgegriffen und ohne weiteres Nachprüfen hunderte Male geteilt bis Jubbal selbst aufklären musste, dass es sich nur um die veränderte Version eines seiner Bilder handelte.

Quelle: granadadigital.es

Quelle: granadadigital.es

Bis jetzt ist unklar, wer das bearbeitete Foto, welches bereits seit August im Internet zirkuliert, Khilafah News zukommen ließ. #GamerGate Gegner Arthur Chu behauptet in einem Artikel auf Daily Beast, Jubbal hätte den Zorn von Videospielern auf sich gezogen, als dieser sich kritisch zur Darstellung von Minderheiten in Unterhaltungsmedien äußerte. Als Rache hätte man daraufhin versucht, mit dem Bild seinem Ruf zu schaden. Und Buzzfeed beschuldigte sogar ganz direkt die Befürworter von #GamerGate.

Ob die Urheber des Bildes tatsächlich #GamerGate Unterstützer sind, ist allerdings mehr als fraglich. Ihre Kommentare beweisen jedenfalls etwas ganz Anderes. Wahrscheinlich ist hier, dass mithilfe der Medien zwei Parteien mit verschiedenen Ansichten gegeneinander ausgespielt wurden.

Blacktric über GamerGate

Quelle: tweetsave.com

Schon im April täuschten Unbekannte erfolgreich die Mitarbeiter des Medienportals Buzzfeed. Damals schrieben sie, dass rassistische Gamer auf Twitter unter dem Hashtag #baltimorelootcrew als afroamerikanische Plünderer posierten, welche mit erbeuteten Gegenständen angaben, um zu provozieren. Die Gruppierung gab es jedoch nicht und der Artikel wurde mit einem Disclaimer versehen.

Auch im Falle Veerender Jubbals hatte man auf der Jagd nach Schlagzeilen vergessen, die Fakten zu überprüfen und diese Hexenjagd dadurch erst möglich gemacht. Den Titel des Buzzfeed-Artikels hat man im Nachhinein noch schnell geändert. Ein weiteres Indiz dafür, dass man hier vorschnell handelte.

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